Schottland 4. und letzter Teil

Nach einigen Fotointensiven Tagen auf Skye haben wir den Rest der Reise etwas ruhiger angehen lassen, daher folgt dieser Rest heute in einem einzigen, großen und leider letzten Blogeintrag über Schottland. (Link zu Teil 1, Teil 2 und Teil 3).

Den Abschluss des letzten Beitrags bildete unser Abend beim Eilean Donan Castle. Nach dem Einbruch der Nacht fuhren wir jedoch noch ein Stück weiter in den Osten und übernachteten (mal wieder im Auto) in einer Seitenstraße nahe dem Ben Nevis, dem höchsten Berg Schottlands. Erst beim Aufwachen bemerkten wir das „No camping“ Schild neben unserem Parkplatz. Dort hofften wir einen Wasserfall zu fotografieren, der sich vor Ort allerdings als wenig fotogen entpuppte, weshalb es heute von mir nur ein making of Bild gibt, auf dem Philipp den Wasserfall in das beste Licht zu rücken versucht.

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Schließlich fanden wir noch einen tollen Wasserfall, den wir aber erst nach einer Stunde wandern, dem überqueren einer Seilbrücke und dem Waten durch eine Moorartige Wiese erreichen konnten.

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Als wir verschwitzt und müde endlich wieder am Auto ankamen, machten wir uns hungrig über die Überreste unserer Frühstücksrationen her und nutzten die Abfalleimer am Parkplatz um das Auto vom Müll der ersten Tage zu befreien. Da es schon mittags war, brachen wir dann auch schon auf zu unserer ziemlich abseits gelegenen Abend Location auf, dem Malerisch gelegenen Tioram Castle. Auf dem Weg dorthin machten wir allerdings noch einmal Halt und zwar in Glenfinnan, um den berühmten Viadukt zu fotografieren. (Na, wer kennt ihn? Tipp: Film: Harry Potter und die Kamer des Schreckens)

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Das Castle hätten wir fast nicht gefunden, der Weg dorthin, obgleich unglaublich schön, durch einen alten Laubwald (sehr selten in Schottland), wäre in Deutschland vielleicht als Feldweg durchgegangen. Wir waren natürlich wieder viel zu früh am Parkplatz und so konnten wir erst in aller Ruhe die Gegend erkunden und einen näheren Blick auf die Burg werfen, die auf einer kleinen Insel einer Meeresbucht gelegen nur bei Ebbe trockenen Fußes erreichbar ist. Nach dem Abendessen, leckeren Dosenravioli (höhöhö), zog der Himmel leider schottlandtypisch zu und wir konnten wenig Unterschied zwischen schwarzweiß – und Farbbildern erkennen.  Die Nacht im Auto war so gemütlich, wie sie sich anhört, nämlich gar nicht. Dennoch blieben wir lange liegen und verpassten den Sonnenaufgang, der aber  dem Nebel geschuldet nicht wirklich stattfand.

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Nach zwei ungemütlichen Nächten suchten wir uns in Glencoe, dem selbsternannten Freizeitparadies Großbritanniens, ein B&B, das wir noch am Vormittag bezogen. Gegen Mittag erinnerte unsere Hausherrin daran, dass dies doch nur Bed and Breakfast sei, was einem freundlichen Rauswurf in den Schottischen Regen gleichkam. Anhand einer Karte, die wir in der örtlichen Tourist-Info ergattert hatten suchten wir und zwei Wasserfälle heraus, von denen der eine, wie wir erst vor Ort bemerkten, wegen Bauarbeiten gesperrt und der andere hässlich war. Immerhin gab der örtliche Bach einige schöne Bilder ab.

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Das für Abend geplante „Black Cottage“, eines der laut Reiseführer am meisten fotografierten Motive der Highlands fanden wir nicht, trotzdem gelangen uns einige aufnahmen der Highlands, auch wenn das Wetter nicht unbedingt seinen  Teil dazu beitrug.

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Am nächsten Tag fuhren wir südlich bis Oban, wo wir allerdings keinen Parkplatz und kein absolutes Top Motiv fanden, weshalb den Großteil des Tages in einem Seal Sanctuary verbrachten, also eine Aufzuchtstation für gestrandete Robbenbabys, die auch einen maritimen Zoo beinhaltete.

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Abends ging‘s mal wieder zu einem Castle, diesmal dem Castle Stalker, das (wieder einmal) in einer Bucht gelegen und nur bei Ebbe erreichbar was. Von der schmalen Seitenstraße, in die wir uns gekämpft hatten, hatte man zwar einen recht schönen Blick, aber ich wollte einen ganz besonderen, einzigartigen Blickwinkel. Diesen schien es von einer Halbinsel zu geben, auf der einige wenige Häuser, keine öffentlichen Straßen und sonst nur mit Stacheldraht abgegrenzte Viehweiden lagen. Von Port Appin aus, startete ich schließlich einen Versuch, die Halbinsel entlang des Strandes zu umrunden, währen Philipp sich dazu entschloss, mit dem Auto sein Glück zu versuchen. Hatte ich schon erwähnt, dass abends immer die Flut kam? Hatte ich nicht? Dann habe ich es jetzt. Als ich Aufbrach stand die Sonne noch recht hoch am Himmel, schätzungsweise eine Stunde hatte ich bis zum Sonnenuntergang. Auf glitschigen Kiesstränden und morastigen Grasflächen kämpfte ich mich vorbei an einem kleinen Leuchtturm in die Richtung des Standortes, den ich mir ausgeguckt hatte, immer ein Auge auf die Zäune neben mir. Im Hinterkopf kamen mir Gedanken wie „hmmm, hier könnte ich vielleicht über den Zaun, falls die Flut mir den Weg abschneidet…“

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Auf halber Strecke schob sich natürlich wieder eine große Wolke vor die Sonne, aber ich gab die Hoffnung auf Abendlicht nicht auf und wanderte weiter meinem Ziel entgegen. Der Spot den ich mir dort dann ausguckte lag an einem sehr flachen Strand, und während ich auf das Abendrot wartete konnte ich dem Wasser beim Steigen zusehen. Meine Geduld wurde belohnt und ich konnte mich mit einigen Bildern, die innerhalb von fünf Minuten Abendlicht entstanden waren zufrieden auf den Rückweg machen.

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Nur war leider die Sonne schon untergegangen und das Licht dementsprechend schlecht. Die Flut stieg stetig weiter und so beschloss ich, anstatt den weiten Weg zurück zu gehen, die Umrundung der Halbinsel abzuschließen und dort hoffentlich auf Philipp zu treffen. Das Wasser stieg immer schneller und ich konnte gerade noch so die Straße erreichen, ohne nasse Füße zu bekommen, da stellte sich die Frage, wo denn das Auto jetzt zu finden sei. Handyempfang? Fahlanzeige. Ist der nun in Port Appin, wohin ich auf der Straße nach rechts muss, oder ist er links, wo wir das Castle am Nachmittag fotografiert haben? Long Story short, ich lief die zwei Meilen nach Port Appin und fand dort Philipp und das Auto.

Der morgen nach der Nacht im Auto gehörte einem weniger schönen Castle (daher kein Bild) und wir begannen die Rückfahrt nach Newcastle. Nach einer Nacht in einem englischen B&B verbrachten wir den Tag in verschiedenen Museen, gaben unsere Letzten Pfund-Noten aus und besuchten schließlich St Mary’s Lighthouse, das (Überraschung!) nur bei Ebbe zu Fuß erreichbar ist. Dort verbrachten wir auch unseren vorerst letzten Abend auf Britischem Grund und Boden und beobachteten schließlich zwei Leuchtturmwärter, die fluchen bemerkten, dass sie die Ebbe verpasst hatten und so barfuß durch das Eisige Meer waten mussten, um zur Arbeit zu kommen, ständig begleitet vom Hohn und Spott zweier Kollegen, die das Glück hatten, auf dem Festland bleiben zu dürfen.

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Das war es auch schon mit unserer Schottland-Reise. Ich hoffe die Lektüre und die Bilder haben euch gefallen, wir freuen uns über Kommentare und beantworten auch eure Fragen gerne. Auch haben wir natürlich nichts dagegen, wenn ihr unsere Facebook Seite liked, um auch bei weiteren Blogeinträgen immer sofort Bescheid zu bekommen.

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