Schottland – Teil 2

Im ersten Teil hatte ich damit aufgehört, dass wir die Nacht am Fuße des Old man of Storr im Auto verbracht haben. Am nächsten Morgen klingelten um 6:00 Uhr unsere Wecker und ohne Frühstück machten wir uns an den zwei Meilen (3,2km) langen Marsch nach oben. Im Licht der Dämmerung konnte ich endlich den Weg sehen, den ich in der Nacht erklommen hatte. Naja Licht der Dämmerung – da sind wir wieder an einem wunden Punkt angelangt: Denn statt des erhofften strahlenden, goldenen Morgenlichtes auf das wir gehofft hatten wurden wir von dem Berg mit Nieselregen und Nebel begrüßt – mal wieder -.-

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Wir haben rausgeholt, was ging, aber glücklich waren wir damit nicht. Und so kam es, dass wir als andere Leute sich gerade erst an den Aufstieg machten müde, durchnässt, hungrig und durstig den schlammigen Weg hinab durch den abgeholzten Wald den Rückzug antraten. Am Auto angekommen gab es zuerst einmal Frühstück, bestehend aus irgendwelchen Schoko-Frühstücks-Müsli Flocken (oder was auch immer es war) und dazu Wasser und Cola. Der Zucker und die voll aufgedrehte Heizung im Auto besserten unsere Laune etwas und wir fuhren weiter Richtung Norden um dort möglichst früh ein B&B zu finden. Aber nicht nur deswegen fuhren wir gen Norden – in einer Regenpause nahmen wir uns den Kilt-Rock-Wasserfall vor, der sich – laut Wikipedia – 105m von den Klippen in die Tiefe stürzt (meine Schätzung wäre vielleicht maximal die Hälfte davon – egal wie Hoch, er ist auf jeden Fall beeindruckend).

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Im Dorf, das wir danach besuchten fanden wir schließlich ein Quartier, das zwar mit 35 Pfund pro Person und Nacht nicht gerade billig war, aber nach zwei ungemütliche Nächten hätten wir auch für 20 Pfund in einer Scheune übernachtet. Da es aber erst 11 Uhr war, konnten wir das ach so gemütlich aussehende Zimmer noch nicht beziehen und wurden von Greg, dem Besitzer auf 17:00 Uhr vertröstet, da der Raum noch nicht fertig hergerichtet war. Nun deutlich besser gelaunt erkundeten wir den nördlichen Teil der Insel mit dem Auto – schon kurz nach Staffin kamen wir an einem kleinen See vorbei, der sich vor einem wunderbaren Bergpanorama erstreckte. Scheinbar hatte jemand dort sein Auto o.ä. versenkt, denn das Wasser war recht rostig.

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Weiter ging‘s auf der Straße bis wir an ein Castle kamen, das wir zuerst nur an den vielen geparkten Autos am Straßenrand bemerkten, also stellten wir unser Auto dazu und eroberten die schon ziemlich verfallene Burg mit unseren Kameras. Den nahenden Regen bemerken wir rechtzeitig, so dass wir das Auto gleichzeitig mit den ersten Tropfen erreichten.

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Wir schauten noch kurz bei unserer Abendlocation vorbei und richteten uns dann im B&B häuslich ein. Allzu viel Zeit hatten wir dafür jedoch nicht, denn um rechtzeitig zum Abendlicht wieder am Neist Point zu sein, mussten wir über eine Stunde für die 70km einplanen. Nach einer holprigen und kurvigen Anfahrt auf den engen von Schafen bevölkerten Straßen Skyes ergatterten wir einen der letzten Plätze auf dem viel zu kleinen Parkplatz und gesellten uns zu den etwa zehn anderen Fotografen, die schon auf der Klippe Stellung bezogen hatten, von der man die beste Aussicht auf Klippen und Leuchtturm hat. Wir positionierten uns an der windumwehten Abbruchkante des Kliffs und warteten auf das perfekte Licht. (Einen Walisischen Fotografen konnte ich damit beeindrucken, dass ich meine Kamera für ein kleines Pläuschchen trotz des starken Windes unbewacht 10cm vor dem Abgrund stehen ließ…)

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Die Abendsonne versteckte sich einmal wieder, aber wenigstens die Wolken spielten mit und ließen sich in zarten Rot und Orange-tönen anstrahlen. Als dieses Spektakel vorüber war und eine Regenfront sich zusehends näherte, beschloss ich doch, noch einmal eine andere Perspektive zu versuchen und stürzte unter den anfeuernden Rufen meiner Fotografenkollegen förmlich den Weg hinab, noch näher an die See und noch näher an einen noch tieferen Abgrund – wer nicht wagt, der nicht gewinnt: Als ich mich von herabgefallenen Felsen umgeben und von den heraufgewehten Gischt gestört doch endlich fotobereit fand, begann das Leuchtfeuer zu leuchten:

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Auf dem Rückweg zu unserer Unterkunft machten wir noch einen kurzen Halt an einem Parkplatz nahe dem Quraing, um diese Gebirgsformation im Mondeslicht zu fotografieren, die auch für den nächsten Morgen auf dem Programm stand.

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Als wir dann endlich wieder ins B&B kamen war es für eine ordentliche Mahlzeit im Pub natürlich schon zu spät und so mussten wir mit dem Vorlieb nehmen, was in unseren Vorräten noch vorhanden war: ungetoastetes, weißes Toastbrot mit Wurst. Ich kann soweit schon vorweggreifen: wenn ich eines in Schottland zu schätzen gelernt habe, dann ist es gutes, deutsches Schwarzbrot.
Während wir den wohl verdienten Schlaf zweier fleißger Fotografen schlummern, stellen wir kurz das Equipment vor, das Philipp auf dieser Fotosafari dabei hatte (meine Ausrüstung war u.a. Thema im ersten Schottland-Blog):

Kamera:

Nikon D700
Nikon D3000

Objektive:

Nikkor 16-35/4.0
Nikkor 24-120/4.0
Nikkor 35mm/1.8
Nikkor 50mm/1.8
Nikkor 85mm/1.8
Nikkor 70-200mm/2.8

Stativ:

Sirui N2004 mit K30-X Kugelkopf

Die Nachtruhe war viel zu kurz und das Wetter wie gewohnt regnerisch und neblig, dennoch beschlossen wir den Qiraing wenigstens aus dem Auto näher zu betrachten. Trotz der widrigen Bedingungen machte ich mich dann doch zu Fuß auf, durch schlammige Wege, die teilweise mehr an Bachläufe erinnerten, Wasserfälle kreuzten den Weg und wollten durchstiegen werden und zur Witterung sage ich nur, dass ich mittlerweile das Kamera- und Stativ aufbauen und Fotografieren unter Einsatz eines Regenschirmes fast perfektioniert habe.

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Nach einer Stunde schließlich kehrte ich zum Auto zurück und wir fuhren hungrig zu unserem Quartier zurück, wo uns Greg ein umfangreiches full scotish breakfast servierte, welches wir bis auf den letzten Krümel verputzten. Gleich darauf kurvten wir wieder mit unserem Kleinwagen durch Schottlands wilde Straßenführung, diesmal auf dem Weg zu den Glen Brittle Fairy Pools. An dem großen Parkplatz konnte man schon sehen, dass diese Wasserfälle eine der bekannteren Attraktionen der Insel sind. Auf der kurzen Wanderung zu den ersten Fällen begegneten wir einigen Dutzend anderer Touristen und Fotografen, von denen gefühlt mindestens 70% asiatischer Herkunft waren.
Wenn ich mir jetzt ansehe, welche Ausmaße schon eineinhalb Tage angenommen haben und dabei den ereignisreichen Tag im Kopf habe, der noch vor uns liegt, erlaube ich mir einfach, euch auf in zwei Wochen zu vertrösten, damit der Rahmen unseres Blogs nicht zu sehr strapaziert wird. Zum Abschluss gibt es aber eine kleine Vorschau auf die Fairy Pools:

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