USA Teil 4 – Die White Mountains

Im letzten Post sah man noch schöne Bilder von Bar Harbor in der Abendsonne. Die nächsten Tage gibt es in Arcadia leider schlechtes Wetter – es regnet in Strömen – und wir sind einen Großteil des ersten vollen Tages im Hotelzimmer. Wir wagen uns nur zum Essen holen raus, oder besonders mutig für einen Spaziergang durch das Dorf.
Was auffällt sind die Hummerrestaurants. Wenn man hier was speisen will, kommt um das rote Scherentier fast nicht herum. Ich jedoch habe den Großteil des Tages vorm Laptop verbracht, Bilder bearbeitet, Serien geschaut und weng gezockt – das muss auch mal sein 🙂

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Nachdem das Wetter sich ein wenig gebessert hat, machen wir am nächsten Morgen eine Rundfahrt durch den eigentlichen Nationalpark. Der war mal Privateigentum reicher Familien, die sich Straßen im Wald anlegte, wo sie spazieren konnten, oder mit der Kutsche unterwegs waren, ohne von den stinkenden Automobilen belästigt zu werden. Einige Jahre später fahren wir hier mit unserem Family-Van entlang. Man hält, wie üblich, an den Sehenswürdigkeiten, wo man kurz aussteigt und die obligatorischen Schnappschüsse macht. Es war ziemlich trübe und kalt und die spektakuläre Brandung am Thunder Hole konnte man dank Ebbe auch nur erahnen.

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Wir fahren weiter, finden ein kleines Hafendorf, wo wir nach einem Cafe fragen und dort Pause machen. Für den Sonnenuntergang fahren wir noch einmal auf den Mount Cadillac, der höchste in Neuengland, und finden dort außer Nebel hauptsächlich andere Touristen vor. Irgendwie ist es aber dann doch ganz nett, da es relativ weitläufig ist und man sich nicht ständig auf die Füße tritt. Man hat uns empfohlen hier zum Sonnenaufgang her zukommen, da man dann als Erster in den ganzen USA die Sonne sieht. War uns dann aber doch zu früh.Abends essen wir im Stadtbekannten Route 60 Restaurant. Hier ist vor Allem die Deko beeindruckend, eine Modelleisenbahn fährt über unseren Köpfen umher und die Wände sind mit Autoschildern, Postern, Bildern und Leuchtreklamen aller Art zugepflastert. Meine Schwester ist hier frittierte Nudeln in Käsesoße… eigentlich eine Vorspeise, aber Kalorien-technisch wohl eher 2/3 des Tagesbedarfs.
Am nächsten Tag packen wir unsere Sachen und machen uns auf den Weg nach North Conway. Die meiste Zeit sind wir im Auto, auch wenn wir einige Male an Outlets anhalten um ein wenig Shoppen zu gehen. Abends kommen wir an unserem Feriendorf in den White Mountains an. Zu unserer Erheiterung wohnen wir im Block ‚München‘. Hier ist ein Skigebiet, aber wir sind außer der Saison fast die einzigen Gäste. Gemütlich ist es in unserer Wohnung, endlich haben wir eine Küche und sogar zwei Bäder – eines sogar mit Jacuzzi! Wir lassen es uns gut gehen. Am nächsten Morgen brechen wir auf zum Mount Washington. Hier fahren wir mit dem Auto hoch. An der Auffahrt zur Bergstraße begrüßt uns ein Ranger, wir bezahlen Eintritt und erhalten eine CD, ein Handbuch zum Berg und eine Einweisung zum richtigen Autofahren.

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Je höher wir kommen, desto weniger Vegetation gibt es. Als wir das erste mal halten und Aussteigen (an einem Parkplatz, den man bei der Abfahrt zum abkühlen der Bremsen nutzen soll) ist es windig, und, mal ganz platt ausgedrückt, arschkalt. Oben an der Wetterstation angekommen flüchten wir erstmal nach drinnen. Dort hängt ein Schild wo sich der Mount Washington stolz als der Ort mit dem schlechtesten Wetter bezeichnet. So kommt es einem auch vor. Wir treffen einige Wanderer und unterhalten uns über ihren schwierigen und langwierigen Aufstieg. Draußen hat es ca 4°C, die einem bei Windstärke 7 bis 10, deutlich kälter vorkommen. Andere Touristen haben sich als Schutz gegen die Kälte Handtücher um ihre Schultern gewickelt. Hierzu gibt’s ein ziemlich witziges Video, das gut verdeutlicht wie’s sich da oben anfühlt! Einfach mal auf Youtube nach ‘Mt. Washington – Breakfast of champions‘ suchen.
Am Nachmittag beschließen wir eine Wanderung zu einem Wasserfall. Der Weg war Ausnahmsweise mal wirklich beschwerlich, anders als die gut befestigten und rollatortauglichen Wege, die man sonst in den USA so vorfindet. Es ist eng, steil und steinig. Nach kräfteraubenden zwei Stunden kommen wir endlich an den Fällen an. Die dann doch nicht soo beeinruckend sind. Es wird ein bisschen fotografiert und hauptsächlich Pause gemacht, um sich für den Rückweg zu erholen. Gute Bilder hab ich von hier leider nicht, da das Licht nicht so toll war und es sich eigentlich um eine Morgenlocation handelt, aber sowas weiß man immer erst hinterher.

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Auf der Rückfahrt zur Ferienwohnung gehen wir hungrig einkaufen. Abends gibt es dann Kräuterbaguette, Krautsalat, und selbstgebratene Burger. Das Fleisch war echt der Hammer, sowas findet man in Deutschland gar nicht. Der Rest der Familie ist dann abends sehr bald erschöpft ins Bett gefallen, ich dagegen habe noch etwas Football geschaut und den echt genialen Nachthimmel fotografiert.

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